Sommerzeit – Insektenzeit: Fliegensprays im Vergleich

Endlich ist es wieder soweit: Die kalte Jahreszeit ist vorüber, die Tage werden länger und die warmen Sonnenstrahlen locken viele Reiter mit ihren Pferden in die Natur. Lange Ausritte sind jetzt wieder an der Tagesordnung.

Doch Sommerzeit ist auch Fliegenzeit. Die kleinen Plagegeister scheinen überall zu sein und nirgends ist man vor ihnen sicher. An ein effektives Training im Freien ist nicht zu denken, wenn das Pferd versucht Stechmücken und Fliegen mit übermäßigem Schweif- und Kopfschlagen abzuwehren. Auch der Reiter selbst ist nicht in der Lage, länger als 5 Minuten konzentriert zu auf dem Pferderücken zu verbringen, ohne Ungeziefer von seinem Liebling oder dem eigenen Körper zu scheuchen.

In den Reitsportläden und im Internet werden unzählige Sorten Fliegensprays in allen Preisklassen angeboten, die Abhilfe verschaffen sollen. Einmal aufgetragen bleiben Fliegen und Stechmücken auf Abstand. Günstige Sorten sind ab 15€ zu haben. Wer mehr Geld ausgeben möchte und sich davon eine bessere Wirkung erhofft, kann für 750ml Fliegenspray bis zu 30€ investieren.

Sparfüchse unter den Reitern schwören  auf selbstgemachte Fliegensprays. Auch seien die Mittelchen aus eigener Herstellung „besser“  für das Pferd, da ausschließlich natürliche Zutaten verwendet werden. Wer seinem Pferd also nicht gleich mit der Chemiekeule zu Leibe rücken und gleichzeitig auch noch Geld sparen möchte, der kann einfach und schnell eine Lösung anrühren, um kleine Vampire auf Abstand zu halten.

Eines dieser Wunderwaffen der „Marke Eigenbau“ wird genauer unter die Lupe genommen und auf Kosten, Inhaltsstoffe, Geruch und vor allem Wirksamkeit überprüft. Im Gegensatz dazu wird ein industriell gefertigtes Fliegenspray auf die gleichen Kriterien hin untersucht. Am Ende des Tests wird es einen Sieger geben.

Sucht man im Internet nach Rezepten, wird man schnell fündig. Auf http://www.hilfreich.de/fliegenspray-ganz-leicht-selbstgemacht_13047 lautet die Anleitung folgendermaßen:

„Man mische einen Liter Obstessig, beispielsweise Apfelessig, mit zwei  gehackten Knoblauchzehen, dem Saft einer gepressten Zitrone, ein paar Nelken, einem Liter schwarzen Tee und einem kleinen Fläschchen Teebaumöl. Man gieße danach das Gemisch in einen Fünf-Liter-Eimer und fülle es mit Wasser auf. Nach zwei bis drei Tagen, ist das selbstgemachte Fliegenspray einsatzbereit.“

Der Preisvergleich

  • 1 Liter Apfelessig: 0,65€
  • 2 Knoblauchzehen: ca. 0,05€
  • 1 Zitrone: ca. 0,20€
  • 1/2 Tüte Nelken: ca. 0,90€
  • 1 Liter schwarzer Tee: ca. 0,20€
  • 1 Fläschchen Teebaumöl: 2,29€

Summa summarum kosten 5 Liter des selbstgemachten Fliegensprays 4,29€. Das entspricht einem Literpreis von gerade einmal 0,86€. Die Zubereitung dauert höchstens 15 Minuten. Man muss allerdings darauf achten, nichts zu verschütten, sofern die Zubereitung im Haus erfolgt. Der Geruch der Zutaten ist besonders zu Anfang sehr intensiv. Falls etwas daneben geht dauert es etwas, bis der Geruch vollends verschwunden ist.

Das Pferdesporthaus Krämer bietet das Fliegenspray der Marke „BREMSENBREMSE ®“ in der 5 Liter-Box für 135€ an. Pro Liter kostet es also 27€.

Rein preislich gesehen schlägt das selbstgemachte Fliegenspray das Markenprodukt um Lägen. Es steht 1:0 für das selbst hergestellte Produkt.

Die Inhaltsstoffe

In der Werbung des Markenprodukts heißt es: „BREMSENBREMSE ® classic: Insektenschutz für besonders schwierige Fälle. […] Extra starke Wirkung mit pflegenden Ölen und besonders mild in der Anwendung durch die optimierte Wirkstoffkombination von Geraniol und dem sehr hautverträglichen Repellentwirkstoff IR3535® […] Die Hautverträglichkeit der BREMSENBREMSE ® wurde allergologisch-dermatologisch bestätigt.“

Nun werden die wenigsten von und wissen, was sich hinter dem Repellentwirkstoff IR3535® verbirgt oder was genau Geraniol ist.

Im Internet wird der Stoff Geraniol auf der Seite http://www.alles-zur-allergologie.de/Allergologie/Artikel/3785/Allergen,Allergie/Geraniol/ als ein Aromastoff bezeichnet, der in vielen Pflanzen, wie beispielsweise Rosen oder Lavendel, vorkommt. Dieser Stoff ist also einen natürlichen Ursprungs. Er ist sogar zur Herstellung von Lebensmitteln zugelassen und somit völlig unbedenklich.

Doch was verbirgt sich hinter dem „Repellentwirkstoff IR3535®“? Die Internetseite http://www.pta-aktuell.de/themen/news/8150-Repellents/ erklärt, dass das Wort Repellent aus dem lateinischen abzuleiten ist (repellere: vertreiben, zurückstoßen). Unter den Repellentwirkstoffen versteht man geruchsintensive Substanzen, die auf die Haut aufgetragen werden, um Insekten zu vertreiben.

Weiter heißt es, dass vor allem ätherische Öle und Extrakte von Gewürznelke oder  Knoblauch besonders wirksam seien. Also Stoffe, die sich auch im Rezept des selbstgemachten Fliegensprays wiederfinden.

Für das selbstgemachte Fliegenspray werden ausschließlich natürliche und pflanzliche Stoffe verwendet. Teebaumöl findet in verdünnter Form Anwendung in der Hautpflege. Somit deckt das eigens hergestellte Produkt auch den Pflegeaspekt ab, mit dem die „BREMSENBREMSE ®“ besonders wirbt.

Die Liste der Inhaltsstoffe ist bei dem Markenprodukt also genauso unbedenklich, wie bei dem selbstgemachten Fliegenspray. Doch ganz sicher kann der Verbraucher nicht sein, was genau sich hinter den Namen der Inhaltsstoffe auf der Packung verbirgt. Trotzdem gibt es in der Kategorie „Inhaltsstoffe“ für beide Produkte einen Punkt. Somit steht es nun 2:1 für das selbstgemachte Spray.

Der Geruch

Was den Geruch beider Sprays betrifft, so haben mehrere Testpersonen den Duft des gekauften Markenprodukts als „beißend“, „essighaltig“ und auch „unangenehm“ bezeichnet. Das selbst gemischte Spray hat im direkten Vergleich bei den Testpersonen besser abgeschnitten. Der Duft des Teebaumöls ist besonders intensiv, wurde jedoch als  „wohlriechend“ eingestuft.

In der Testkategorie „Geruch“ hat das selbstgemachte Produkt wieder die Nase vorn. Es steht somit 3:1 für unser eigens zusammengemischtes Spray.

Die Wirksamkeit

Kommen wir nun zum spannendsten Vergleich: Wirkt das selbstgemachte Fliegenspray genau so gut wie das gekaufte?

Zu diesem Zweck stellen wir zwei Testpferde nebeneinander auf die Stallgasse und beobachten zunächst die Intensität der Belästigung durch Fliegen, ohne dass eines der Pferde durch ein Fliegenspray geschützt ist.

Ohne Repellent werden beide Testpferde gleichermaßen von Fliegen attackiert. Sie schlagen mit dem Schweif, um die Ungeziefer abzuwehren und sind sichtlich genervt.

Bei Pferd Nummer 1 schafft die „BREMSENBREMSE®“ sofort Abhilfe. Das Spray wirkt schnell und zuverlässig, indem man fünf- bis sechsmal den Hebel der Sprühflasche betätigt und das Tier so am gesamten Körper besprüht.

Unser zweites Testpferd bekommt dieselbe Dosis Repellent – nur in diesem Fall das Selbstgemachte. Vor der Anwendung waren die Fliegen erbarmungslos. Nachdem das Fliegenspray aufgetragen wurde, hatte auch Pferd Nummer 2 Ruhe vor den lästigen Biestern.

Im direkten Vergleich leisten beide Sprays gute Dienste. Doch nun kommt der Härtetest. Beide Pferde werden an einem schönen Sommertag zur Mittagszeit auf dem Außenplatz trainiert. Doch auch draußen lassen die Fliegen die Pferde weitestgehend in Ruhe.

Nach ca. einer halben Stunde beginnt jedoch das selbstgemachte Fliegenspray zu schwächeln. Die Wirkung lässt nach und die Insekten bleiben nicht länger fern. Das erste Testpferd kann sich weiterhin auf das Training konzentrieren, denn hier zeigt die „BREMSENBREMSE ®“ wie ausdauernd sie ist. Selbst nach einer Stunde zeigt die Wirkung keine Schwächen.

In der Testkategorie „Wirksamkeit“ geht somit der Punkt an das industrielle Produkt.

Das Ergebnis

Überraschenderweise geht das selbstgemachte Fliegenspray mit einem Endstand von 3:2 als Sieger aus diesem Test hervor.

Zum Überblick ist hier der gesamte Test in einer Tabelle zusammengefasst:

BREMSENBREMSE ®

Selbstgemachtes Spray

Preis

0

1

Inhaltsstoffe

1

1

Geruch

0

1

Wirkung

1

0

Gesamtergebnis

2

3

Das Fazit

Wer Geld sparen möchte, für den ist das selbstgemachte Fliegenspray auf jeden Fall eine gute Alternative. Doch ob man alle halbe Stunde vom Pferd steigen möchte, um die Wirkung durch neues Auftragen wieder herzustellen, sei jedem selbst überlassen.

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